Tales from Balkonia
Mittwoch, 1. April 2009
Der vierte Tag


Aufstehen, anziehen, anschiss. So verliert man auch noch das letzte bisschen Vertrauen das aus diesem Tag irgendetwas werden kann ;-) Mitbewohner können grausam sein, insbesondere kranke Mitbewohner, insbesondere kranke morgenmuffelige Mitbewohner, inbesondere kranke morgenmuffelige verkaterte Mitbewohner, und insbesondere kranke morgenmuffelige verkaterte gegen ihren Willen geweckte Mitbewohner, gerade aber kranke morgenmuffelige, verkaterte gegen ihren Willen geweckte Mitbewohner die jedwede Medizin verschmähen. Mein Gott müssen denn immer die ohnehin schon Leidgebeutelten Kleinwüchsigen unter der Tyrannei der chemiefeindlichen Mothers-Little-Helper-Verweigerer leiden ? Oder gehören Muffel sein und linksorientiertes Ökoleben unabdingbar zueinander ? Ältere Exemplare der Button "Gegen-Atomkraft"-Trägerfraktion zeugen jedenfalls davon. Von der Scheinheiligkeit des Gedankenwirrwarrs "Durch meinen Körper fliesst nur Kraut und kein Aspirin" kaum zu sprechen, das Aspirin, oder besser Rohypnol muss dann ja in meinen Körper ansonsten ist das ja nicht auszuhalten. Wo ist in dieser Subkultur nur die Revolutionäre Kraft der Jugend zu suchen ? Jibt es nisch, watt juhd iss muss ja nisch noch besser jemacht werden, resp. wer will denn auch Das Kapital neuschreiben heutzutage ?
Also lass weiter Muffeln was muffeln muss naja wenigstens schnitzen jene nicht noch tiefere Krähenfüße in Gaias-Angesicht, so wie´s die gut gelaunten 08/15-Frohhanseln täglich tun.
Froh bin ich heute trotz alledem, die gestrige Arbeit fand Anklang, Wertschätzung zwar far away aber es kann weitergehen, Bücher da, Interesse da, wenn sich nun auch noch ein Wille einstellt hat Heute das Potenzial Geschichte zu schreiben. Also Heute häute ab den fahlen Torso und schmück den blitze blanken Leib. Ein quentchen Sonne wird das übrige dann schon Leisten. Komm schon Tag sei mir ein Freund.

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Dienstag, 31. März 2009
Am dritten Nachmittag


Tatsächlich, es ist getan, nur wenige hundert Meter trennen mich noch vom netten Bibliothekenmitarbeiter meiner Wahl, welcher sicherlich erwartungsvoll vor dem einzig für mich mit Büchern gefüllten Regal auf und abwandert und nervös die Ankunft des vereinsamten Intellektuellen heran sinnt. Ihm werde geholfen.
Nach einer runde Kochen, im leerem Habitat, tut ein Spaziergang nun sicherlich auch meinen vor sich hin dorrenden Gelenkknorpeln gut, es knirscht und knarzt schon im Gebälk.
Nicht redend von den andren Körpersäften die gärend Läufe graben tief, ganz tief in morscher Birke.
Wohlan.

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Der dritte Tag
Die Nacht war kurz und der Schlaf nicht besonders tief.
Ich roch zum ersten Mal nur meinen Eigenen Geruch, ihr Parfum ist bereits verflogen. Laut klingen die Stimmen meiner Mitbewohner von Richtung Küche her. Etwas Kaffeeduft schneidet jäh durch meine Suche nach einem letzten Hauch Weiblichkeit an einem Kopfkissen, der Entschluss reift, ich steh nun auf.
Heute soll ein großer Tag werden, eine Wende will ich vollziehn, helfen wird mir dabei die Buchbestellung für eine Arbeit die schon länger aussteht. Feg' aus, mach neu !
Warum beginnt man eine lang ersehnte Veränderung nur immer mit Arbeit. Mein Gott steht denn hier keiner zu seinem Nichtsnutz.

Ich könnte auch bei dem vermutlich guten Wetter draussen, was die wenigen Strahlen die durch das Rollo dringen ansatzweise Prophezeien, etwas Pflanzen. Pflanzen sind gut für die Seele, wenn man sie nur aussreichend gießt.
Mit Feuchtigkeit benetzen werde ich aber erstmal meine Kehle.
Kommt Kaffee, kommt Rat. Mal schaun ob dieser Tag hält was er verspricht.

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Montag, 30. März 2009

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Der zweite Tag
Wenn man viel schläft schläft man meist gleich viel zuviel. Ich kam heut' morgen zu spät zur Arbeit, nicht viel aber etwas.
Nachmittags scheint die Sonne, Mist, jetzt hab ich keinen Grund mehr um hier im Zimmer zu bleiben. Dabei bin ich doch gern
im Zimmer, hier hinten, in unserem Zimmer. Es hat sich nicht verändert seit sie weg ist, naja nicht wirklich, der Haufen gebrauchtes Verpackungsmaterial dort neben der alten 140x200 cm Matratze wächst von Tag zu Tag aber im Grunde steht noch jedes Stück Möbel an seinem alten Platz, dem Platz den wir für es ausgesucht hatten, als sie noch da war.

Ich laufe durch die Wohnung auf der Suche nach Flüssigkeit. Auf dem Rückweg seh ich zufällig in Andreas Zimmer. Durch zufälliges Hinsehen lässt sich meist mehr erkennen als durch blankes Stieren. Andreas werkelt an seiner Lampeninstallation herum. Überhaupt jeder werkelt heute an seiner Lampe herum, auch Lydia, was ich kurz zuvor an ihrer Türe erpähen konnte. Lampen hin, Lampen her ist auch nicht so wichtig. Zum Leben braucht man Flüssigkeit, Licht ist nicht so wirklich essentiell. In unserem Zimmer ist es dunkel, und da will ich jetzt wieder hin.

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